
Die Gesamtanlage "Wissenschaftspark Albert Einstein" auf dem Telegraphenberg ist seit 1874 ein besonderer Ort. Teil der Anlage ist das ehemalige Observatorium für Winkelmessungen mit den heute noch vorhandenen baulichen Anlagen Instrumentenhaus, Meridianhaus, fünf Mirenhäuschen und dem Helmertturm. Der Helmertturm wurde einst als Winkelmess-Observatorium errichtet und verfügt über einen gemauerten Kern, der als Basis für die Aufstellung von Messgeräten dient sowie eine darum herumlaufende Vertikalerschließung. Die außen befindliche Stahlfachwerkkonstruktion schützt den Kern vor Umwelteinflüssen, wie Witterung und Erschütterungen. Von der ursprünglich zweischichtigen Ummantelung, die innen und außen an die stählerne Tragkonstruktion angebracht worden war, ist nur noch die innere Bekleidung vorhanden. Auch die originale Kuppelkonstruktion wurde im Laufe der Jahrzehnte verändert, sodass der Turm nicht mehr in seiner ursprünglichen Form erhalten war. Nach jahrzehntelangem Leerstand sind nun umfassende Restaurierungsmaßnahmen erforderlich, um das historische Bauwerk zu sichern und für eine erneute Nutzung vorzubereiten.
Das Architekturbüro Hertzberg Weber Architekten PartGmbB wurde mit der denkmalgerechten Sanierung des Turms beauftragt. Dies beinhaltet die Erarbeitung eines Sanierungs- und Schutzkonzepts für den Helmertturm sowie die Planung einer neuen Kuppel mitsamt hochmoderner Messinstrumente. Ziel ist es, das Bauwerk sowohl als wissenschaftlichen Beobachtungsturm als auch als öffentlich zugängliches Denkmal für geführte Kleingruppen zu erhalten und nutzbar zu machen. Die Sanierung verfolgt mehrere zentrale Ziele. Zum einen steht der Erhalt und die Sicherung der historischen Bausubstanz im Fokus. Hierzu gehören die Restaurierung der Stahlfachwerkkonstruktion und des Mauerwerks, die Wiederherstellung der ursprünglichen Außenhülle mit zehn Fensteröffnungen sowie die Rekonstruktion des historischen Eingangsbereichs. Parallel dazu wird der Turm an moderne wissenschaftliche Anforderungen angepasst. Die alte Kuppel wird zurückgebaut und eine neue GFK Spaltkuppel mitsamt einer hochmodernen SLR(Laser)-Station für wissenschaftliche Messungen installiert. Die dafür erforderliche Steuer- und Kontrolleinheit wird als neue Ebene im Turminneren unterhalb der SLR-Station eingebaut.
Die Bauarbeiten begannen im Sommer 2024 mit der Einhausung des Turms. In enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden sowie wissenschaftlichen und technischen Fachplanern werden alle Maßnahmen koordiniert, um die historische Substanz des Bauwerks bestmöglich zu bewahren. Nach über 50 Jahren Leerstand wird der Helmertturm so wieder seiner ursprünglichen Funktion als wissenschaftliches Observatorium zugeführt, während er gleichzeitig als historisches Denkmal der Öffentlichkeit zugänglich bleibt.




