• Im Zuge der Erweiterung im Hinterhof einer gründerzeitlichen Blockrandbebauung in Berlin Prenzlauer Berg, wurde für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeteile ein schlüssiges Konzept zur Sanierung und Modernisierung, sowie zum Aus- und Umbau gesucht.
    Für eine Machbarkeitsstudie entwickelten Hertzberg Weber Architekten einen Entwurf, der eine sensible Sanierung der Außenhülle vorsieht, neue Grundrissaufteilungen unter der Prämisse größtmöglicher Flexibilität enthält und Varianten zur Nutzung des Dachgeschosses darstellt.

    Zum Erhalt der Straßenfassade sieht das Konzept konservierende Maßnahmen, die weitestgehend den Erhalt aller abgebildeten Zeitschichten anstreben, vor. Die feine Homogenität der Fassade wird durch die ähnliche Farbfassung von Putzspiegeln und Fensterfassungen im Farbkanon des Natursteins unterstützt. Im Hinterhof werden die Fassaden aus Klinker- und Fliesenlisenen aufgearbeitet und zum Schutz vor Witterungseinflüssen ergänzt. Zugunsten der Stärkung des Fabrikthemas erfolgt ein Austausch der diversen (Kunststoff-) Fenstertypen gegen einheitliche Holzfenster.

    Bei der Entwicklung der Grundrisse steht die Schaffung einer möglichst großen Nutzungsvarianz unter Einhaltung der brandschutztechnischen Bestimmungen und die Integration neuer Haustechnik im Vordergrund. Die Planung beinhaltet die Einbeziehung der unter Milieuschutz stehenden Wohneinheiten.
    Das Erdgeschoß bleibt weitestgehend in Nutzung und Form erhalten. Der Entwurf für das Regelgeschoß in den Etagen 1 bis 3 sieht eine Einteilung in gewerbliche Nutzung im Hinterhaus sowie Wohneinheiten im VH vor.
    Das Obergeschoß 4 steht beispielhaft für eine Wohnungsnutzung unter Einbeziehung der neuen Installationsplanung. Die insgesamt offene Grundrissentwicklung lässt in den neuen Wohnungseinheiten weitere Aufteilungen zu, in den Gewerbeeinheiten sind verschiedenste Raumkonzepte entwickelbar, die nachhaltig den Anforderungen in technischer und qualitativer Hinsicht entsprechen.
    Die Entwicklung der Varianten für den Ausbau des Dachgeschoßes sieht eine gewerbliche Nutzung vor. Ein Puzzle, bestehend aus den Anforderungssteinen Baurecht, Denkmalschutz, Brandschutz, Dachaufbau, Belichtung, Statik, Raum und vermietbare Fläche.



  • Die Evangelische Kirche Mittelmark Brandenburg (EKMB) lobte einen Wettbewerb aus, um einen "gestalterisch und funktional hochwertigen“ Entwurf für die strukturelle und bauliche Erweiterung des Gemeindehauses in Lehnin zum „Kirchenkreiszentrum des Evangelischen Kirchenkreises“ zu finden. Auf der Parzelle befindet sich heute eine gründerzeitliche Villa, die derzeit die Büros der Superintendentur und das der Baupflegerin birgt. In dem neuen Gebäudeensemble werden außerdem die Geschäftsführung des Diakonischen Werkes, die Büros der Mitarbeitervertretung, der Kreisbeauftragten sowie einer Handbibliothek integriert. Für die Versammlungen des Kirchenkreises sind Besprechungs-und Versammlungsräume in dem Entwurf einzubeziehen.

    Der Beitrag von Hertzberg Weber Architekten sieht die Unterbringung der Büros der EKMB in dem Altbau vor, die Versammlungsräume entkoppelbar dazu im Neubau. Beide Bereiche sind über einen zentralen Empfangsbereich zu erreichen, der sich Außen von einem Gemeindehof bis zum Innen liegendem Foyer erstreckt.
    Unaufgeregt, gestalterisch zurückhaltend und mit starken kontextuellen Bezügen ergänzt der Neubau das Bestandsgebäude des Gemeindehauses. Entsprechend den umgebenden historischen Bauten trägt der kompakte, verputzte Holzbau ein Satteldach mit Bieberschwanzdeckung, ergänzt durch eine „überhöhte“ Gaube. Das Gebäude ruht, in Anlehnung an den Bestandsbau, auf einem gleichhohen Sockel.
    Die körperhafte Ausbildung des Gebäudevolumens, mit seinen wenigen, dafür großzügigen Wandöffnungen, dazu das Satteldach, die verputzten Fassaden und die massive Sockelausbildung weisen einerseits auf die besondere Nutzung, anderseits auf die Zugehörigkeit zum Ort hin. Räume und Raumfolgen bilden im Zusammenhang mit der Lichtwirkung die Gestaltungsqualitäten des Entwurfs. Das historische Gefüge der Gemeinde Lehnin wird in moderner Weise weitergedacht.



  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrter Herr Exner,
    sehr geehrter Herr Gorholt,
    sehr geehrter Herr Sträter,
    liebe Yasmeen, dear Thomas, dear Nick, lieber Uli, lieber Moritz,

    seit dem vergangenen Jahr durfte unser Büro die Sanierungs- und Renovierungsarbeiten für das Alexander Haus begleiten. Diese anspruchsvolle Aufgabe haben wir von unserem Kollegen Andreas Potthof übernommen, der kurz zuvor tragisch verunglückt war.
    Wir haben uns bemüht in seinem Sinne weiterzumachen, Fehlendes zu ergänzen und vielleicht Gedachtes zu erahnen.

    Die lange Zeit der Renovierung war intensiv gefüllt mit Recherchearbeiten in Archiven und Fotoalben, Nachdenken darüber, wo die Reise für das Gebäude hingehen kann und soll, dem Aufzeichnen der Überlegungen, Abstimmungen mit Planungsbeteiligten und den Denkmalschutzbelangen, Verhandlungen und Gespräche mit ausführenden Firmen.
    In diesen Gesprächen mit interessanten Menschen und Handwerkern haben wir viel gelernt – bei diesem Gebäude wurde in der Sanierungsphase nicht sprichwörtlich nicht jeder Stein zweimal umgedreht, sondern jedes Brett mindestens dreimal. Im sorgfältigen Abwägen und Entscheiden mit den beteiligten Baufirmen schälte sich langsam das Alexander Haus heraus. Für uns eine große Schatzkiste, immer wieder voller Überraschungen.
    Hier sind insbesondere die Momente zu nennen, als der Kamin fertig war und das erste Mal Feuer gemacht werden konnte, als Bezirksschornsteinfeger, Kaminbauer und Steinrestaurator glücklich und erleichtert, dass sich der Aufwand gelohnt hat, in die ersten Flammen schauten.
    Oder auch als die Restauratoren mit der farblichen Fassung der seeseitigen Räume gerade fertig wurden und in den feinsinnigen bunten Leisten die ganze Fröhlichkeit des Hauses lebendig wurde, die wir bis dahin nur von Fotos kannten und ahnten.
    Special thanks to Thomas Harding and Nick Viner, herzlichen Dank an Uli Borgert und Moritz Gröning für das entgegengebrachte Vertrauen. Dieses kleine, feine und in geschichtlicher und restauratorischer Hinsicht besondere und großartige Gebäude im Aufwachprozess begleitet zu haben, macht uns glücklich.

    Wir freuen uns sehr, dass das Alexander Haus nun den nächsten Lebensabschnitt antritt - als Schatzkiste voller Möglichkeiten, als feine Hülle für alle offenen Menschen.

    Frauke Weber
    Rede zur Eröffnung des Alexander Haus am 16.06.2019 / www.alexanderhaus.org

Denkmalgerechte Sanierung des Alexanderhauses | ausgeführt | Foto(s): André Wagner | mehr


  • Das Gebäude in der Domstraße liegt im Potsdamer Stadtteil Neubabelsberg. Der Bau wurde 1908 als winkelförmiges Kutscher- und Remisengebäude mit Turm, im Ensemble mit einem Gärtnerwohnhaus, einem Heizhaus, sowie den anschließenden Gewächshäusern auf dem damaligen Terrain des Bankdirektors Mommsen in der Nähe seiner Villa errichtet. Nach erheblichen Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde die nun ausgeführte Sanierung dringend erforderlich, um das Gebäude vor dem Verfall zu schützen. Das Gebäude sollte umfassend modernisiert, energetisch ertüchtigt und durch einen Anbau erweitert werden. Als Einzeldenkmal war jedoch darauf zu achten, das äußere Erscheinungsbild nicht zu verändern, bzw. die bereits erfolgten Veränderungen in den bauzeitlichen Zustand zurückzubringen.

    Auch im Inneren war die ursprüngliche Struktur der Gebäudeteile zu erhalten und ablesbar zu machen. Aufgrund des Status des Einzeldenkmals war eine enge Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Stadtplanungsamt Grundlage und Voraussetzung für jegliche Eingriffe im Bestand und für die Ausformung des anzuschließenden Neubaus.

    Der Entwurf sieht eine Erweiterung des verspielten Gebäudeensembles durch einen einfachen Baukörper vor. Der Bestandsbau, der auf der Grundstücksgrenze vor einer acht Meter hohen Brandwand steht, erhält als Pendant zur Remise einen weiteren Flügel auf der gegenüberliegenden Seite des Haupthauses, sodass aus dem Winkelbau ein T-förmiges Ensemble entsteht. Durch die Erweiterung des Gebäudes wird der frühere Eckbereich zum Mittelpunkt und Gelenk des Hauses.
    Im Rahmen der Freilegung der Innenräume, dem Rückbau diverser nicht bauzeitlicher Einbauten, Verkleidungen und Bauteile, wurde nach und nach der extrem schlechte Zustand des Gesamtgebäudes sichtbar. Aufgrund von Schädlingsbefall, u.a. echter Hausschwamm, mussten letztendlich beide Dachstühle abgerissen und komplett neu errichtet werden. In vielen Bereichen waren Mauerwerkssanierungen notwendig oder musste Mauerwerk ausgetauscht werden. Die Decken drohten einzubrechen und wurden, bis auf die Stahlsteindecke über dem Erdgeschoss des Haupthauses, komplett erneuert. Das Fachwerk des Turms konnte erhalten, die Ausfachungen mussten ersetzt werden. Verschiedene historische Elemente wurden aufgearbeitet (Torhaltungen, Eingangstür, Tore, Granitsockel, etc.) oder in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde ersetzt.
    Seit der Sanierung wird das Gebäudeensemble als Wohnhaus genutzt.



  • Das Gelände der heutigen Landesliegenschaft Heinrich-Mann-Allee 103 hat eine sehr wechselhafte Geschichte. Die unterschiedlichen politischen Entwicklungen der vergangenen 150 Jahre hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind. Das Sanierungsobjekt liegt im südlichen Teil der Gesamtliegenschaft, in direkter Nähe zur Hauptzufahrt am „Horstweg“.

    Das Haus 19 ist ein Mauerwerksbau, der 1902/1903 im Zusammenhang mit der Errichtung einer Heil- und Pflegeanstalt für Menschen mit Epilepsie als Aufnahmehaus für Frauen erbaut wurde. Ursprünglich bestand der sogenannte „Pavillon“ aus einem Mittelrisalit mit zwei symmetrisch angeordneten Seitenflügeln, jeweils mit Erdgeschoss und ausgebautem Dachgeschoss sowie einer Teilunterkellerung des Mittelbaus. Der nordwestliche Seitenflügel sowie das Dachgeschoss wurden vermutlich während des 2. Weltkrieges bei Luftangriffen beschädigt, der Seitenflügel wurde gänzlich abgetragen, das Dachgeschoss auf den verbleibenden Gebäudeteilen in einfacher Weise ergänzt und mit einem flach geneigten Satteldach versehen.

    Der fehlende Seitenflügel soll nun durch den geplanten Neubau wieder hergestellt werden, das Dachgeschoss durch behutsame Eingriffe wieder ein „Gesicht“ erhalten. Die Vorgaben für den Neubau beinhalteten die Kubatur, die Nutzung und die Materialität des ursprünglichen Seitenflügels zu berücksichtigen.

    Die Außenmaße des Neubaus werden denen des historischen Seitenflügels entsprechen. Als Nutzung wird eine reine (Einzel-) Büroraumnutzung mit der Möglichkeit des Zusammenschließens zweier Räume vorgegeben. Die Materialität und Farbigkeit wurde im Einklang mit der Gesamtliegenschaft gewählt. Vorgaben für die Sanierung des Altbaus beinhalteten den Erhalt des Daches und möglichst geringe Eingriffe in die Bausubstanz.



  • In Potsdam- Nord, zwischen der Nedlitzer Straße im Westen und dem Jungfernsee im Osten, erstreckt sich das 42,6 ha große Plangebiert „Campus am Jungfernsee“. Es wird als Standort für hochwertige Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungs-Nutzungen entwickelt. Im südlichen Teil des Areals befindet sich das „Wohnviertel am Jungfernsee“. Es handelt sich dabei um ein komplett erschlossenes Neubaugebiet für Doppelhäuser, freistehende Einfamilienhäuser und Stadthäuser mit Geschosswohnungen.

    Bei dem zu bebauenden Grundstück handelt es sich um eine ca. 500 qm große Fläche. Das dem Entwurf zugrunde liegende Konzept basiert auf der Schaffung eines Baukörpers, der außenräumliche und bauliche Qualitäten ermöglicht. Dabei sind das tortenförmige Grundstück, die Einschränkungen hinsichtlich der Erschließung, die Ausrichtung und die zu erwartende Bebauung in der Nachbarschaft mit dem Raumprogramm und den funktionellen Anforderungen in Einklang zu bringen.

    Der Entwurf sieht einen zweigeschossigen Baukörper mit flachem Dach vor. Der Baukörper erfährt diverse vertikale Einschnitte und über das eingeschossige Garagenvolumen und die beiden eingebundenen, massiven Vordächer eine zusätzliche vertikale Gliederung. Die Proportionierung des Baukörpers, das Verhältnis zwischen Öffnungen und geschlossenen Flächen sowie die Reduzierung auf eine enge Material- und Farbpalette verleihen dem Haus Einfachheit, Zeitlosigkeit und Wertigkeit. Im Erdgeschoss befinden sich die Küche, übergehend in den Wohn- und Essbereich, ein Arbeits- bzw. Gästezimmer, ein Bad, Abstellflächen und der Hausanschluss- bzw. Hauswirtschaftsraum. Im Obergeschoss sind die beiden Kinderzimmer, das Elternschlafzimmer, ein weiteres Arbeitszimmer, Bad und WC vorgesehen.



  • Das Vorhaben besteht aus den mittelalterlichen Gebäuden „Abtshaus“ und „Siechenhaus“, die Bestandteil des Zisterzienser-Klosters Zinna sind und als herausragende Vertreter der norddeutschen Backsteingotik unter Denkmalschutz stehen. Das Gebäudeensemble wird zurzeit einerseits durch das Museum Kloster Zinna genutzt und in Teilbereichen durch den „Klosterbruder“, eine Schaubrennerei mit Verkauf.

    Die Gebäude befinden sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand und sollen mit Hilfe von Fördermitteln des Landes Brandenburg instandgesetzt und modernisiert werden. Die beiden zweigeschossigen Gebäude sind versetzt aneinander gebaut und durch unterschiedlich ausgebildete Übergänge miteinander verbunden. Verbindungstreppen gleichen dabei die Höhendifferenz zwischen den Geschossebenen der Gebäude aus. Auch innerhalb des Abtshauses gibt es Höhenversprünge, die durch Differenztreppen überwunden werden.
    Die Erdgeschosse beider Gebäudeteile und das Obergeschoss des Abtshauses werden von mittelalterlichen Kreuzgratgewölben überspannt. Die bauzeitlichen Ziergiebel sowie die komplette Bausubstanz haben im Laufe der Jahrhunderte diverse Überformungen, Umbauten und Ertüchtigungen erfahren.

    Entsprechend den Unterlagen änderte sich die Nutzung der Gebäude über die vielen Jahrhunderte hinweg. So wurde das Abtshaus offenkundig im ausgehenden 19. Jahrhundert als Wohnhaus genutzt, zeitgenössische Fotos zeigen verkleinerte Fensteröffnungen mit Fenstereinbauten aus der Barockzeit.

    Die Nutzung soll auch nach den hier geplanten baulichen Änderungen nicht grundsätzlich geändert werden. In Teilbereichen des Museums erfolgt jedoch (u.a. um Barrierefreiheit zu gewährleisten) eine Umorganisation der Raumnutzungen. Dabei werden Büroflächen des Museums, die sich zurzeit im EG des Abtshauses befinden in das OG des Siechenhauses verlegt. Der vorhandene Vortrags- und Besprechungsraum im OG des Siechenhauses wird modernisiert und die Erschließungsflächen davor können zukünftig für Sonderausstellungen genutzt werden.

    Erforderliche Anpassungen der Außenanlagen in unmittelbarer Nähe der neuen Erschließung (Abschluss Rampen, Anböschung, Schlitzrinnen) und der Bauwerksanschlüsse sind ebenfalls Gegenstand der Planung und des Gestaltungskonzeptes. Die Planungsleistungen erfolgten gemeinsam mit dem Büro Ilko M. Mauruschat Architekt, Büro für Brandschutz, Berlin/Potsdam.













  • In Sichtweite des Kurfürstendamms, mit Blick auf den grünen Olivaer Platz, ist in den 1910er Jahren das großzügige Berliner Mehrfamilienhaus entstanden. 2013 wurde das Gebäude in 16 Etagenwohnungen aufgeteilt, die im Rohbauzustand an die neuen Eigentümer übergeben wurden. Die Außenhülle wurde seitens des Verkäufers saniert, innenräumlich wurden die Schächte für technische Installationen genutzt.
    Die zu gestaltende Wohnung befindet sich im 3. OG mit Ausrichtung zum Olivaer Platz nach Norden und zur Bregenzer Straße nach Osten. Die Planung erfolgte unter der Prämisse, der Wohnung ihren gründerzeitlichen Charme zurückzugeben und diesen durch einen multifunktionalen, hochwertigen Innenausbau zu ergänzen.
    Durch raumgestaltende Einbaumöbel und das Herausarbeiten klarer Bereiche wurde der im Bestand sehr längliche Raum gegliedert. In der gesamten Wohnung wurde eine Unterkonstruktion Fischgrät-Eichenparkett verlegt, in zwei Räumen mit umlaufendem Randfries aus Eiche. Alle Innentüren und gestaltenden Elemente wie Sockelleisten, Fensterbänke und Deckenvouten, die unmittelbar mit dem Bau verbunden sind, wurden bauzeitlich hergestellt, tischlermäßig überarbeitet oder ergänzt. Die neuen Einbaumöbel setzten sich in einem seidigen Grauton davon ab.
    Die Wände sind mit einem neuen Glattputz versehen, vorherrschende mineralische Wandfarben sind Weiß und in den großen, dem Park zugewandten Räumen helle Grau- und Blautöne. Die Bäder sind funktional und bieten durch diverse Einbauschränke viel Stauraum.



  • Das Gebäude wurde 1928-29 nach den Plänen von Hans Poelzig im Rahmen der Maßnahme „Versuchssiedlung Am Fischtalgrund“ im Berliner Stadtteil Zehlendorf errichtet. Heute bildet die gesamte Siedlung ein denkmalgeschütztes Ensemble.
    Die unterkellerte Doppelhaushälfte ist zweigeschossig mit einem Dachgeschoss. Gartenseitig ist ein Balkon über die gesamte Gebäudelänge in das Obergeschoss eingeschnitten. Die Außenwände bestehen aus verputztem Mauerwerk mit einem Ziegelsockel. Die Giebelseite wird durch eine Mauerwerkslisene eingerahmt. Die Dachdeckung ist eine Doppeldeckung mit Biberschwanzziegeln. Zur Straße bildet eine Hechtgaube mit Holzschalung den Zusammenhang mit der Nachbarhaushälfte.

    Das Wohnhaus wurde seit seiner Erbauung in seinem Erscheinungsbild stark verändert. Aluminiumfenster, Fassadenfliesen, Dekorputz, Dachflächenfenster und diverse Vordächer, sowie Umbauten, Einbauten und großflächige Vertäfelungen im Innenbereich ließen die Einzigartigkeit des Pölzighauses nur erahnen.
    Die anfängliche Aufgabe der Modernisierung entwickelte sich zu einer umfangreichen Sanierung und Instandsetzung der Bausubstanz. Die Dachkonstruktion wurde ertüchtigt und das Dach neu aufgebaut. Die Bestandsfenster wurden, dem historischen Vorbild entsprechend, gegen Kastenfenster aus Holz ausgetauscht. Die durch die vorgeklebten Fliesen zerstörten Sockelziegel wurden durch handgebrannte Ziegelriemchen ergänzt. Die Ziegellisenen wurden gesäubert, Einzelsteine ausgetauscht und entsprechend der restauratorischen Befundung mit einer rötlichen Lasur und einer hellen Verfugung farblich gefasst. Die Balkonbrüstung, die nach Außen zu stürzen drohte, wurde abgerissen, neu aufgemauert und mit einem Ringbalken an den flankierenden Seitenwänden rückverankert.

    Innen wurden die Grundrisse zugunsten eines großzügigen Bades im Obergeschoss und bis zum First offenen Kinderzimmern im Dachgeschoss verändert.
    Als Denkmal wurden das Dach und die Kellerdecke mit KfW-Fördermitteln gedämmt, die Außenwände erhielten innen- und außenseitig einen Dämmputz. Die gesamte technische Ausstattung wurde erneuert, das gehörten das Leitungsnetz, sämtliche Rohre, die Heizung und Radiatoren sowie die beiden Bäder.



  • Die Kyritzer Altstadt ist mit Gebäuden unterschiedlichen Maßstabs durchsetzt, eine Mischung, die auch den Standort der zukünftigen Kindertagesstätte Mitte Kyritz an der Ecke Prinzenstraße / Mauerstraße prägt.

    Die geplante Bebauung schließt die bestehende Baulücke und bildet die historische und städtebaulich wichtige Raumkante entlang der Mauerstraße neu aus. Dabei fügt sich der Neubau durch die Aufnahme der bestehenden Elemente Traufhöhe, Dachneigung und Gebäudeflucht sensibel in das denkmalgeschützte Gesamtensemble ein. Der Neubau entwickelt sich von der Mauerstraße in das Grundstück hinein und nimmt dabei in seiner maßvollen Höhenentwicklung Rücksicht auf die anschließenden Kleinsthäuser. Die Neigungswinkel des polygonalen Grundrisses orientieren sich dabei an den Fluchten des benachbarten historischen Fachwerkhauses und der Bebauung der Mauerstraße.

    Als Kontrast zur Kleinteiligkeit des Fachwerkbaus werden Dach und Fassade des Neubaus großflächig mit Holzschindeln aus Zedernholz überzogen. Es entsteht ein monolithischer Körper, dessen Farbigkeit der des Fachwerks entspricht. Im Laufe der Jahre wird das Naturmaterial heller, die Schindeln und das Fachwerk vergrauen leicht.

    Der baukonstruktiv bereits gesicherte zweigeschossige Altbau wird detailgenau und dennoch modern saniert. Die Besonderheiten des Einzeldenkmals werden in Struktur und Raumfolgen erhalten und dennoch in das Nutzungskonzept der Kita inhaltlich und räumlich einbezogen sowie mit dem Neubau verknüpft. Eine Besonderheit des Fachwerkbaus stellt das große Tor des ursprünglichen Ackerbürgeranwesens dar, das nun der Erschließung der nachfolgenden Höfe und als Abschluss des hier neu entstehenden „Kindergartens“ zur Prinzenstraße dient.

    Entlang der verkehrsberuhigten Mauerstraße nimmt der Neubau die Kinder in einem übersichtlichen Stadtraum in Empfang. Hier durchbricht der Neubau den traditionellen Typus und lädt ein, von der Straße direkt in den geschützten Innenhof zu gehen. Ziel des Entwurfs ist es, eine hohe Aufenthaltsqualität mit vielfältigen Ein- und Ausblicken sowohl in den Innen- als auch in den Außenräumen zu schaffen.



  • Das Gebäude in der Domstraße liegt im Potsdamer Stadtteil Neubabelsberg. Der Bau wurde 1908 als winkelförmiges Kutscher- und Remisengebäude mit Turm, im Ensemble mit einem Gärtnerwohnhaus, einem Heizhaus, sowie den anschließende Gewächshäusern auf dem damaligen Terrain des Bankdirektors Mommsen in der Nähe seiner Villa, errichtet. Nach erheblichen Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde die nun ausgeführte Sanierung dringend erforderlich, um das Gebäude vor dem Verfall zu schützen. Das Gebäude sollte umfassend modernisiert, energetisch ertüchtigt und durch einen Anbau erweitert werden. Als Einzeldenkmal war jedoch darauf zu achten, das äußere Erscheinungsbild nicht zu verändern, bzw. die bereits erfolgten Veränderungen in den bauzeitlichen Zustand zurück zu bringen. Auch im Inneren war die ursprüngliche Struktur der Gebäudeteile zu erhalten und ablesbar zu machen. Aufgrund des Status des Einzeldenkmals war eine enge Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Stadtplanungsamt Grundlage und Voraussetzung für jegliche Eingriffe im Bestand und für die Ausformung des anzuschließenden Neubaus.
    Der Entwurf sieht eine Erweiterung des verspielten Gebäudeensembles durch einen einfachen Baukörper vor. Der Bestandsbau, der auf der Grundstücksgrenze vor einer 8m hohen Brandwand situiert ist, erhält als Pedant zur Remise einen weiteren Flügel auf der gegenüberliegenden Seite des Haupthauses, sodass aus dem Winkelbau ein T-förmiges Ensemble entsteht. Durch die Erweiterung des Gebäudes wird der frühere Eckbereich zum Mittelpunkt und Gelenk des Hauses.
    Im Rahmen der Freilegung der Innenräume, dem Rückbau diverser, nicht bauzeitlicher Einbauten, Verkleidungen und Bauteile wurde nach und nach der extrem schlechte Zustand des Gesamtgebäudes sichtbar. Aufgrund von Schädlingsbefall, u.a. echter Hausschwamm, mussten letztendliche beide Dachstühle abgerissen und komplett neu erstellt werden. In vielen Bereichen waren Mauerwerkssanierungen notwendig oder musste Mauerwerk ausgetauscht werden. Die Decken drohten einzubrechen und wurden, bis auf die Stahlsteindecke über dem Erdgeschoss des Haupthauses, komplett erneuert. Das Fachwerk des Turms konnte erhalten, die Ausfachungen mussten ersetzt werden. Verschiedene historische Elemente wurden aufgearbeitet (Torhaltungen, Eingangstür, Tore, Granitsockel, etc.) oder in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde ersetzt.
    Seit der Sanierung wird das Gebäudeensemble als Wohnhaus genutzt.





  • Das bedeutende Potsdamer Baudenkmal erlebte zwei wichtige Bauphasen. Von dem durch Andreas Ludwig Krüger 1792 bis 1794 errichteten eingeschossigen Brückenpächterhaus (Zollhaus) mit Zollingerdachstuhl hat sich bis heute ein Lünettenfries von Johann Christoph Wohler mit Darstellung der Ceres in einer antiken Opferszene erhalten. 1853 wurde das eingeschossige und kleine Brückenpächterhaus nach Plänen von Ludwig Ferdinand Hesse zur Turmvilla erweitert und so zu einem wichtigen Blickpunkt innerhalb der Potsdamer Seen- und Kulturlandschaft.

    Das Haupthaus wurde in traditioneller Massivbauweise aus Ziegelmauerwerk mit Holzbalkendecken errichtet. Das Nebenhaus (sog. Schweizerhaus) ist ein mit Ziegel ausgefachtes Holzfachwerk aus den 1830er Jahren. Die bauliche Substanz befand sich in sanierungs- und modernisierungsbedürftigem Zustand. Zielsetzung der Maßnahme war es, den ursprünglichem Charme dieses Hauses wieder herzustellen, gleichzeitig aber den heutigen Ansprüchen im Hinblick auf Funktionalität, Komfort und Ausstattung gerecht zu werden. Insbesondere die Nutzbarmachung des in Teilen tiefer zu legenden historischen Kellers mit den Ziegelkappendecken aus dem Jahr 1792 stellte sich sehr aufwändig dar. Die denkmalrechte Sanierung der Bausubstanz sowie die Einbindung des modernen Ergänzungsbaues in das Gartenensemble fand in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam sowie dem Landesamt für Denkmalpflege statt.

    Das Nebengebäude wurde in den 1830er Jahren errichtet und ab 1900 als Stall genutzt, weshalb der Zustand der bodennahen Bereiche sehr schlecht war und wegen des hohen Nitratgehaltes aufwändig saniert werden musste. Im Rahmen der Maßnahmen wurden die Gefache entfernt, das Fachwerk numeriert und zimmermannsmäßig demontiert. Das teilergänzte Fachwerk wurde auf eine neue Bodenplatte gestellt und Mauerwerk und Putz wurden rekonstruiert. Hinzugefügt wurde die mineralische Innendämmung, um den um einen Wohnkubus erweiterten Bau wieder nutzbar zu machen.

    Seit der Sanierung des Haupthauses und Ergänzung des Schweizerhauses wird das Gebäudeensemble im Wesentlichen als Geschäftssitz des Bauherrn genutzt.
    Die Planungsleistungen erfolgten gemeinsam mit dem Büro Wening Architekten, Groß Glienicke.



  • Die 1876 erbaute Remise wurde in traditioneller Massivbauweise aus Ziegelmauerwerk mit Holzbalkendecken errichtet. Die bauliche Substanz befand sich in einem sanierungsbedürftigen, bzw. marodem Zustand. Zielsetzung der Maßnahme war es, den ursprünglichen Charme der Anlage, auch im Zusammenspiel mit den umgebenden bauzeitlichen Ziegelwohnhäusern, wieder herzustellen, gleichzeitig aber den heutigen Ansprüchen im Hinblick auf Funktionalität, Komfort und Ausstattung gerecht zu werden.

    Das Ensemble ist Teil des Denkmalbereichs Jägervorstadt in Potsdam. Die Außenhülle sollte nach Fertigstellung weitestgehend wieder dem bauzeitlichen Zustand entsprechen. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalpflege wurden die Hoffassaden nicht von außen gedämmt, historische Öffnungen wurden freigelegt und das Sichtmauerwerk backsteinsichtig belassen. Die Sanierung beinhaltete die Verpressung der Setzungsrisse oberhalb der Fensterstürze, die Aufarbeitung bzw. Erneuerung der Fenster und der Dachneudeckung, sowie die Herstellung neun neuer Öffnungen in der bisher geschlossenen Westfassade. Die Dämmung der flachen Pultdächer erfolgte innenseitig. Fünf bauzeitliche Holzfenster konnten erhalten und aufgearbeitet werden, die übrigen historischen Fensteröffnungen wurden freigelegt und während der Instandsetzung der Fassade mit Fenstern aus Naturholz mit Isolierverglasung ergänzt, zum Teil außen in dunklem Metall. Entsprechend wurden die Tore und Fenstertüren hergestellt. Die im Bestand vorhandenen holzsichtigen geschlossenen Türblätter/Fensterläden wurden wiederhergestellt bzw. belassen.
    Die gesamte haustechnische Versorgung wurde erneuert, Bad und Küche wurden neu eingebaut.

    Der Außenraum wurde im Einklang mit dem Gebäude in verschiedene Bereiche aufgeteilt und vielfältig nutzbar gemacht. Die Remise wird heute als Bildhaueratelier und Architekturbüro genutzt.





  • Die Teilung der Baumasse in vier Einzelkörper ermöglicht das Durchfließen der Landschaft am Saalepark. Die Baukörper sind in ihrer formalen klaren Aussage im Kontrast zu der Reihenbebauung an der Fabrikzeile und der Großform des Spinnereigebäudes eigenständig und schaffen gemeinsam ein städtebaulich wirksam werdendes Ensemble. Die Ausformung des Außenraumes mit dem Wechsel von Engung und Weitung erhöht die Vielgestaltigkeit des Ortes. Die Fuß- und Radwegverbindung vom Fabrikviertel über den Teppichsteg in die Altstadt wird durch den großzügigen Außenraum des Studentenwohnheimes ermöglicht und führt zu einer interessanten Verknüpfung mit dem Lebensraum der Stadt Hof.

    Durch die überschaubare Bewohnerzahl der Häuser besteht die Möglichkeit der Identifikation des Einzelnen mit dem eigenen Wohnhaus und dennoch eines Zugehörigkeitsgefühls zur gesamten Gemeinschaft der Anlage. Entsprechend ist in den Fassaden das tragende Betonraster ablesbar, jedoch je nach Bedarf mit raumhohen Fenstern mit verschiebbaren Holzlamellenläden oder geschlossenen Holzpaneelen ausgefacht. Diese gestalterischen Mittel sind ökonomisch durch die Wiederholung einzelner Elemente, zusätzlich jedoch sich ständig verändernd entsprechend der jeweiligen Nutzung und der Bewohner der Anlage.
    Die Funktion des einzelnen Baukörpers ist in sich geschlossen. Die Häuser sind im EG jeweils mit einer der Sondernutzungen (Familienwohnungen, Behindertenwohnungen, Hausmeister und Verwaltung) unterschiedlich bestückt, in den Regelgeschossen (1.-3. OG) befinden sich jeweils Einzelapartments und Wohngemeinschaften gemischt sowie pro Etage Aufenthalts- und/oder Tutorenräume. Die Dachgeschossebene bietet den Hausbewohnern eine gemeinsame Terrasse mit Blick auf die Saale und weite Grünräume.