Der Helmertturm ist Teil der seit 1874 bestehenden Gesamtanlage „Wissenschaftspark Albert Einstein“ auf dem Potsdamer Telegrafenberg und ein bedeutendes Denkmal der historischen Geodäsie. Der 1893 errichtete Turm wurde als astronomisch-geodätisches Beobachtungsbauwerk für präzise Winkelmessungen konzipiert und ist heute Teil des Ensembles des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung.
Sein Aufbau besteht aus einem gemauerten, vom Baukörper entkoppelten Kern, der von einer Stahlfachwerkkonstruktion umschlossen wird. Diese bildet eine eigenständige historische Schicht, die in Geometrie und Funktion den ursprünglichen Entwurf weiterführt. Charakteristisch sind zudem die umlaufende Erschließung sowie der Wartungsgang mit den prägnanten Fensteröffnungen im Messniveau.
Das Projekt umfasst die Erarbeitung eines Sanierungs- und Schutzkonzepts für den Helmertturm sowie die Planung einer neuen Kuppel einschließlich hochmoderner Messinstrumente. Nach dem erfolgreichen Rückbau der Bestandskuppel erhält der Turm eine neue elektrisch betriebene Spaltkuppel mit einem Durchmesser von rund 6,15 Metern. Die Kuppel wird auf einem neu konstruierten Stahlring montiert, der auf dem historischen Kuppelkranz aufliegt. Sie nimmt ein Satellite-Laser-Ranging-Teleskop auf, das hochpräzise Messungen von Satelliten und Weltraumobjekten ermöglicht.
Eine polygonal ausgebildete, tambourartige Kuppelschürze vermittelt zwischen dem denkmalgeschützten Turmkopf und den neuen technischen Aufbauten und macht die Ergänzung als zeitgenössische Schicht des Bauwerks ablesbar. Im Inneren ergänzt ein ringförmig organisierter Technik- und Kontrollraum die Struktur, der sich aus der zwölfeckigen Geometrie des Turms entwickelt und die erforderliche Steuerungs- und Datenverarbeitungstechnik aufnimmt.
So wird der Helmertturm als wissenschaftliches Observatorium reaktiviert und zugleich als bedeutendes Technikdenkmal für die Öffentlichkeit zugänglich.