Machbarkeitsstudie | ARGE Hertzberg Weber Barthélémy Mauruschat
Im Auftrag der Otto-von-Bismarck-Stiftung wurde eine Machbarkeitsstudie zur zukünftigen Entwicklung des Stiftungsensembles in Friedrichsruh erarbeitet. Ziel war es, die denkmalgeschützte Liegenschaft langfristig zu sichern und gleichzeitig die räumlichen, funktionalen, energetischen und technischen Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Museums- und Stiftungsbetrieb zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stand das Alte Landhaus, in dem sich das Bismarck-Museum befindet. Aufgrund des erheblichen Sanierungsbedarfs sowie gestiegener Anforderungen an Ausstellungsbetrieb, Barrierefreiheit, Brandschutz, Gebäudetechnik und Kulturgutschutz wurden verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten geprüft. Das erarbeitete Konzept sieht die denkmalgerechte Sanierung des Bestandsgebäudes sowie einen Erweiterungsbau vor, der zusätzliche Flächen für Empfang, Ausstellung, Verwaltung, Technik und Lager bereitstellt. Die Neuordnung der Museumsbereiche ermöglicht künftig einen ablesbaren Rundgang durch mit behutsamen Eingriffen sanierte historische Räume im Erdgeschoss. Zwei neue Treppenanlagen und ein Aufzug führen die Besucher zu den Multifunktionsräumen im Obergeschoss, das zuletzt zu Wohnzwecken genutzt wurde.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Integration moderner Gebäude- und Sicherheitstechnik sowie der energetischen Ertüchtigung des Ensembles. Untersucht wurden verschiedene Konzepte für eine nachhaltige Energieversorgung unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes und eines langfristig wirtschaftlichen Betriebs.
Die Planung berücksichtigt zudem Maßnahmen zur Schaffung der Barrierefreiheit sowie zur Anpassung der Infrastruktur an die Anforderungen eines modernen Museumsstandorts. Auch die Freianlagen wurden in die Betrachtung einbezogen, um die historische Einbindung des Ensembles zu erhalten und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für Besucherinnen und Besucher zu stärken.
Die Studie bildet die Grundlage für die weitere Abstimmung mit den Denkmalbehörden und zeigt einen Weg auf, wie die historische Bedeutung Friedrichsruhs bewahrt und gleichzeitig ein zukunftsfähiger Museums- und Bildungsstandort geschaffen werden kann.
Der dargestellte Entwurf wurde im Rahmen einer Bauvoranfrage mit den zuständigen Behörden abgestimmt, überarbeitet und positiv beschieden.